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Wenn Streiks erfolgreich die Bosse, Entscheidungsträger, Vorstände mit Millionenbezügen&-boni unter Druck setzen sollen, darf es einem nicht egal sein, ob eine Streikform diese Ziele oder primär die gänzlich Falschen trifft.

In anderen Ländern werden zB öff. Verkehrsmittel bestreikt, indem zB ohne Ticketkontrollen weiter gefahren wird. Das trifft die Konzerneinnahmen statt kleine Leute.
Hier dagegen wird zu "volle Soli" für eine Streikform aufgerufen, die vorrangig die Schwächsten trifft.

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#DieMaskeBleibtAuf reshared this.

in reply to Nadine Milde :coffefied:

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Mit unzähligen Ausfällen bei Bahn & kommunalen Öffis wie KVB waren schon jetzt insbesondere all die schwerst getroffen, die nicht auf Privatauto umsteigen können: Arme, Alte, Menschen mit Behinderung, Prekarisierte, Niedriglohnpendler*innen ohne Kohle für Privat-PKWs, ...
Das sind keine "kleinen Unannehmlichkeiten", da hängen Existenzen dran.

Mit der GDL-Ankündigung, dass jetzt auch noch ohne Vorwarnung alles lahm gelegt werden soll, sind insbes. diese Schwächsten nun aufgeschmissen.

in reply to Nadine Milde :coffefied:

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Arbeitskämpfe unterstützen, die nach oben zielen statt Mitte gegen Arm auszuspielen & achselzuckend nach unten zu treten, heißt:

- Streikformen entwickeln, die das besser umsetzen.
- Inzwischen Hilfe nach unten: Organisiert Soli-Fahrtenpools, Solikassen, helft Pflegebedürftigen, deren Angehörige nicht mehr zu ihnen kommen, uvm.
- In allen Belangen & Politikfeldern darauf zu dringen, dass in dieser Gesellschaft endlich

in reply to Nadine Milde :coffefied:

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die Schwächsten zuerst gestärkt & gesichert, & die Stärksten & Reichsten in die Pflicht genommen werden.

Stattdessen lapidar "volle Soli, durch die Unannehmlichkeiten müssen jetzt halt alle durch" vom remoteoffice ins iPhone zu tippen, während die eigene Existenz von Dingen wie Totalverlust an verlässlicher Mobilität null bis kaum betroffen ist: Das ist dann halt weniger "linker Arbeitskampf" als vielmehr, sorry: ziemlich privilegienblind.

in reply to Nadine Milde :coffefied:

Interessante Perspektive. So habe ich das bislang nicht gesehen. Darüber muss ich nun nachsinnen.
This entry was edited (1 month ago)
in reply to [SIC!]

@allesfliesst

Danke. Die schnelle super Patentlösung hab ich leider auch nicht.

Nur schon seit Jahren den wachsenden Eindruck, dass einige traditionelle Gewerkschaften wie auch die "Sanktionen für Hartzer"-sPD einen pseudosozialen bürgerliche Mittelklasse-Kurs mit bissi besseren Konditionen für Menschen in geordneter Lohnarbeit fahren, bei dem ziemlich viele im alt- & neo-Prekariat ziemlich auf der Strecke bleiben. Das bräuchte aber längere Ausführungen als paar social media-posts.

in reply to Nadine Milde :coffefied:

Die schnelle Patentlösung habe zumindest ich gar nicht gesucht, weil ich "den" Arbeitskampf, "den" Streik per se als gut und richtig erachtet habe, ohne mir um die Form und ihre Folgen für jene, deren Arbeit jeden Tag Kampf bedeutet, gemacht zu haben. Zuweilen, und das ist absolut richtig, fehlen mir diverse Perspektiven, eben weil ich zufällig privilegiert und wie heute, aus dem Homeoffice reagieren kann. Umso besser, wenn man Perspektiven eröffnet bekommt. 👍
in reply to Nadine Milde :coffefied:

Nur können halt Lockführer*innen halt schwer das Kontrollieren der Tickets einstellen, wenn das Kontrollieren der Tickets nicht zu deren Arbeitsumfang gehört.

Und dann sind Kontrollen heute eh eher selten und die Akzeptanz von Ticketkäufen auch ohne Kontrollen unter den Nutzer*innen recht hoch.

in reply to Thijs Lucas

in reply to Nadine Milde :coffefied:

Danke Nadine. Meine Gedanken.

Wenn ich in der Timelime lese, dass die Streiks voll doof sind, weil man sich dann einen Leihwagen nehmen muss, denke ich mir nur: was für eine privilegierte Sicht der Dinge.

Menschen ohne Auto oder entsprechenden finanzielle Möglichkeiten treffen diese Streiks ganz besonders. Bis hin zu Einkommenseinbußen oder Urlaubstagen, die man opfern muss, weil man nicht zur Arbeit kommt.

in reply to :natenomblack: thorsten

@tbachner

Ja. & Lese in der TL immer auch viel à la "Wer über die Streiks meckert o verzweifelt, ist nicht solidarisch".
Nur muss man sich ne Soli, an der eigene Existenz hängt, halt auch leisten können - und genau das ist nicht zu vergessender Teil des Problems.

Sonst wächst Spaltung & es brechen eher die unten zusammen, bevor sich oben & an Gesamtverteilung was ändert.
Das zu bedenken bei Orgaformen etc ist dezidiert nicht gegen Streiks & Protest, ganz im Gegenteil.